Sinsheim: Kreistag beschließt Rekordhaushalt 2026 – erstmals über eine Milliarde Euro
Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,038 Milliarden Euro überschreitet der Haushalt des Rhein-Neckar-Kreises 2026 erstmals die Milliardengrenze – soziale Leistungen bleiben der größte Ausgabenposten.
Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat in seiner Sitzung am Dienstag, 16. Dezember 2025, in Sinsheim mehrheitlich den Kreishaushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,038 Milliarden Euro erreicht der Landkreis erstmals in seiner Geschichte die Milliardenmarke.
Von der Gesamtsumme entfallen rund 913 Millionen Euro auf den Kernhaushalt, 124,9 Millionen Euro auf den Eigenbetrieb Bau und Vermögen sowie 263.000 Euro auf die Freiherr von Ulner’sche Stiftung.
Kreisumlage steigt auf 32,75 Prozent
Zur Finanzierung des Haushalts wurde der Hebesatz der Kreisumlage gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf nun 32,75 Prozent angehoben. Die Kreisumlage bleibt damit der größte Einnahmeposten des Landkreises.
Für 2026 werden Einnahmen aus der Kreisumlage in Höhe von rund 396,2 Millionen Euro erwartet. Die Umlage wird von den 54 Städten und Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises entsprechend ihrer Steuerkraft getragen.
Zu den größten Beitragszahlern zählen:
- Walldorf: 74,7 Millionen Euro
- Weinheim: 30,5 Millionen Euro
- Sinsheim: 25,2 Millionen Euro
- Leimen: 17,2 Millionen Euro
- Wiesloch: 16,1 Millionen Euro
Weitere wichtige Einnahmen ergeben sich aus Kostenerstattungen des Landes Baden-Württemberg in Höhe von rund 64,1 Millionen Euro.
Soziale Leistungen dominieren die Ausgaben
Auf der Ausgabenseite bilden die sozialen Leistungen erneut den mit Abstand größten Kostenblock. Für die Bereiche Soziales, Jugend, Asyl, Schwerbehindertenrecht sowie soziale Entschädigungsleistungen sind im Haushalt 2026 insgesamt rund 394,6 Millionen Euro eingeplant.
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen des Landkreises belaufen sich auf 140,6 Millionen Euro. Für die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) sind weitere 86 Millionen Euro vorgesehen.
Finanzielle Grundlage für zentrale Aufgaben gesichert
Mit dem Haushaltsbeschluss hat der Kreistag die finanzielle Basis für die Aufgabenerfüllung des Rhein-Neckar-Kreises im Jahr 2026 gelegt. Insbesondere die Finanzierung zentraler sozialer Leistungen sowie der laufende Betrieb der Kreisverwaltung gelten damit als abgesichert.
Die Anhebung der Kreisumlage bedeutet für viele Städte und Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis eine spürbare Mehrbelastung. Gleichzeitig fließt ein Großteil der Mittel direkt in soziale Leistungen, von denen Kommunen und Einwohner gleichermaßen profitieren.