Mannheim: Traditionssender RNF kämpft ums Überleben – Sendebetrieb vor dem Aus
Der älteste private Regionalsender Deutschlands steht vor einer existenziellen Entscheidung: Ohne kurzfristige finanzielle Hilfe droht Rhein-Neckar Fernsehen bereits in wenigen Tagen die Abschaltung.
Insolvenz nach plötzlichem Todesfall
Auslöser der aktuellen Krise ist der Tod des geschäftsführenden Gesellschafters Joachim Schulz am 6. November 2025. Der 68-jährige Unternehmer hatte RNF erst Anfang Dezember 2024 als Alleininhaber in sein Unternehmensportfolio integriert und damit die volle wirtschaftliche Verantwortung übernommen. Vertretungsregelungen oder Vollmachten existierten jedoch nicht. Nach dem Todesfall war das Unternehmen führungslos. Eine schnelle Bestellung eines Not-Geschäftsführers zeichnete sich nicht ab. Um handlungsfähig zu bleiben, entschloss sich die Belegschaft schließlich zur Insolvenzanmeldung. Seit dem 1. Dezember 2025 befindet sich RNF in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.Zu wenig Liquidität – aber hoher Einsatz
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Tobias Wahl aus Mannheim bestellt, der als sogenannter „starker“ Insolvenzverwalter faktisch auch die Geschäftsführung übernommen hat. Gemeinsam mit dem Team verschaffte er sich einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Senders. Dabei wurde deutlich: Die Insolvenzanmeldung war gerechtfertigt. Aktuell fehlen die liquiden Mittel, um den Betrieb in geordnetem Rahmen zu stabilisieren. Gleichzeitig kämpfen 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Journalistinnen, Techniker, Redakteure und Vermarkter – täglich um den Fortbestand des Senders. Trotz aller Unsicherheiten wird weiter gesendet, recherchiert und berichtet.„Wir geben nicht auf. Wir wollen weitermachen“, erklärt das RNF-Team – doch ohne finanzielle Unterstützung sei dies nicht mehr möglich.
Entscheidung fällt in den nächsten Tagen
Die Situation ist existenziell. Es geht nicht um langfristige Strategien oder strukturelle Neuausrichtungen, sondern um die Finanzierung der kommenden Tage. Ziel ist es, den Sendebetrieb zumindest bis Ende Dezember aufrechtzuerhalten, um laufende Gespräche mit potenziellen Übernehmern fortführen zu können. Insolvenzverwalter Tobias Wahl sucht daher dringend Geldgeber, die kurzfristig helfen können, diese kritische Phase zu überbrücken. Gelingt dies nicht, droht der Region der Verlust einer wichtigen Stimme der demokratischen Öffentlichkeit.Appell an Region, Politik und Wirtschaft
Mit RNF würde nicht nur ein Fernsehsender verschwinden. Es ginge ein Stück regionaler Identität, journalistischer Vielfalt und öffentlicher Debattenkultur verloren. Entsprechend richtet sich das RNF-Team mit einem eindringlichen Appell an Wirtschaft, Politik, Institutionen sowie Unterstützerinnen und Unterstützer der Metropolregion Rhein-Neckar.Dringender Appell
Für Rückfragen stehen zur Verfügung:Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu übernehmen. Noch ist es nicht zu spät – aber die Zeit drängt.
Laura Grimm, Betriebsratsvorsitzende RNF Pro GmbH (Tel. 0171 1143215)
Tobias Wahl, vorläufiger Insolvenzverwalter (Tel. 0172 8130651)