HEIDELBERG: Neugeborenen-Screening wird erweitert – Symposium würdigt Abschluss von „NGS 2025“
Ab Mai 2026 werden bundesweit zusätzliche Erkrankungen im Neugeborenen-Screening erfasst. Ein Heidelberger Forschungsprojekt lieferte dafür die wissenschaftliche Grundlage.
Ein bedeutender Schritt für die frühe Diagnostik seltener Erkrankungen: Ab Mai 2026 wird das reguläre Neugeborenen-Screening in Deutschland um Untersuchungen auf Vitamin-B12-Mangel sowie weitere angeborene Stoffwechselstörungen erweitert. Grundlage für diesen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses sind langjährige Pilotstudien unter Federführung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.
Die Studien belegen, dass sich die betroffenen Erkrankungen mithilfe einer einfachen Blutprobe beim Neugeborenen zuverlässig erkennen lassen. Früh diagnostiziert, können sie anschließend gut behandelt werden – ein entscheidender Vorteil für die langfristige Entwicklung der Kinder.
Projekt „NGS 2025“ erfolgreich abgeschlossen
Mit der bundesweiten Umsetzung findet das von der Dietmar Hopp Stiftung seit 2015 geförderte Heidelberger Projekt „NGS 2025“ seinen erfolgreichen Abschluss. Ziel war es, das bestehende Screening-Programm wissenschaftlich weiterzuentwickeln und neue diagnostische Möglichkeiten in die Regelversorgung zu überführen.
Der Abschluss des Projekts wird am 2. März 2026 mit einem Symposium im Marsilius-Kolleg (Im Neuenheimer Feld 130.1, 69120 Heidelberg) gewürdigt. Die Veranstaltung findet von 10 bis 16 Uhr statt.
Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Familien
Auf dem Programm stehen Fachvorträge zur Entwicklung des Neugeborenen-Screenings, zu neuen diagnostischen Technologien sowie zu den Ergebnissen der Langzeitstudie. Zudem kommen Betroffene und politische Vertreterinnen und Vertreter zu Wort: Ab 14 Uhr sprechen ein Vertreter der Deutschen Interessengemeinschaft Phenylketonurie e.V. sowie eine Vertreterin des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Perspektiven betroffener Familien und gesundheitspolitische Konsequenzen.
Im Anschluss an das offizielle Programm findet ab 16 Uhr ein „Familiencafé“ statt, bei dem betroffene Familien miteinander ins Gespräch kommen.