Mannheim: Tigermückensaison startet – Stadt ruft zu Eigeninitiative der Bürger auf
Björn Pluskota, KABS e.V.
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Mannheim: Tigermückensaison startet – Stadt ruft zu Eigeninitiative der Bürger auf

Mannheim: Tigermückensaison startet – Stadt ruft zu Eigeninitiative der Bürger auf

Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Mannheim weiter aus. Die Stadt setzt auf aktive Mithilfe der Bürger, um eine starke Vermehrung im Sommer zu verhindern.

Mit Beginn der wärmeren Monate startet in Mannheim erneut die Saison der Asiatischen Tigermücke. Nach Angaben der Stadt hat sich die invasive Art bereits in mehreren Stadtteilen wie Almenhof, Lindenhof, Feudenheim, Schwetzingerstadt, Neckarstadt-Ost, Niederfeld, Neckarau und Rheinau-Süd fest etabliert. Auch in weiteren Gebieten wurden Einzelfunde nachgewiesen.

Da die Tigermücke als besonders aggressiv gilt und sich schnell vermehren kann, ruft die Stadtverwaltung die Bevölkerung dazu auf, eigenständig Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.

Stadt setzt auf Unterstützung durch Bürger

Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage unterstützt die Stadt Mannheim bei der Beratung in besonders betroffenen Gebieten. Aufgrund der weiten Verbreitung sind flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen durch Fachkräfte jedoch nicht möglich.

Deshalb kommt der Eigenverantwortung der Bürger eine zentrale Rolle zu. Ziel ist es, die Vermehrung der Tigermücke direkt auf privaten Grundstücken zu verhindern.

Brutstätten konsequent vermeiden

Die Tigermücke entwickelt sich innerhalb weniger Tage in kleinen Wasseransammlungen. Typische Brutstätten sind etwa Regentonnen, Blumentopf-Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken oder verstopfte Dachrinnen.

Um eine Vermehrung zu verhindern, sollten Behälter entweder trocken gehalten oder dicht abgedeckt werden. Auch das regelmäßige Entleeren von Wasseransammlungen, idealerweise einmal pro Woche, wird empfohlen.

Falls sich Brutstätten nicht vollständig vermeiden lassen, können diese im Abstand von zwei Wochen mit sogenannten Bti-Tabletten behandelt werden. Diese sind für Menschen und Tiere unbedenklich und ab Ende April kostenfrei in den Bürgerservice-Zentren Lindenhof, Waldhof und Innenstadt erhältlich.

Weitere Maßnahmen im Garten und Haushalt

Auch Tigermückeneier lassen sich gezielt entfernen. Diese haften an den Innenwänden von Gefäßen und können durch heißes Wasser oder gründliches Bürsten beseitigt werden.

Naturnah gestaltete Gärten fördern zudem natürliche Fressfeinde wie Libellen oder Vögel. Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Katzenminze können zusätzlich eine abschreckende Wirkung auf Stechmücken haben. Fliegengitter an Fenstern und Türen bieten einen wirksamen Schutz im Innenbereich.

Gesundheitsrisiken nicht ausgeschlossen

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Tigermücke kann unter bestimmten Bedingungen Krankheitserreger übertragen. Dazu zählen unter anderem Dengue-, Zika-, Chikungunya- und Westnil-Viren. Auch für Hunde besteht ein Risiko durch übertragene Parasiten.

Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass diese Viren aktuell nicht in Süddeutschland verbreitet sind, aber durch Reiserückkehrende eingeschleppt werden können. Bei längeren Wärmeperioden besteht die Möglichkeit einer Weiterverbreitung.

Wer stehendes Wasser konsequent vermeidet, leistet den wichtigsten Beitrag zur Bekämpfung der Tigermücke. Schon kleine Maßnahmen im eigenen Umfeld können eine starke Vermehrung verhindern.