Neustadt: Rotkreuzstift wird zum Gesundheits- und Begegnungszentrum für das Quartier

Neustadt: Rotkreuzstift wird zum Gesundheits- und Begegnungszentrum für das Quartier

 

Mit einem neuen Modellvorhaben will das Rotkreuzstift in Neustadt Pflege, Prävention und gesellschaftliches Miteinander enger verbinden und das Quartier nachhaltig stärken.

Das Gesundheits- und Begegnungszentrum Rotkreuzstift in Neustadt soll in den kommenden Jahren zu einem neuen Mittelpunkt für die Menschen in der Nördlichen Vorstadt und im Schöntal werden. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz hat das Projekt der DRK Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V. jetzt als Modellvorhaben zur Förderung ausgewählt.

Mit dem zunächst bis Ende 2027 angelegten Pilotprojekt öffnet die stationäre Altenpflegeeinrichtung ihre Angebote gezielt für das umliegende Quartier. Ziel ist es, niedrigschwellige Gesundheits- und Unterstützungsangebote mit Begegnung, Prävention und gesellschaftlicher Teilhabe zu verbinden.

Bürgermeister Stefan Ulrich betonte bei der Vorstellung des Projekts die besondere demografische Entwicklung in Neustadt. Viele Menschen wollten möglichst lange zuhause leben, gleichzeitig seien Familien heute oft räumlich voneinander getrennt. Unterstützung im Alltag und präventive Angebote würden daher immer wichtiger.

Für die derzeit rund 60 Bewohnerinnen und Bewohner des Rotkreuzstifts soll sich die bestehende Pflege und Betreuung nicht verändern. Vielmehr sollen zusätzliche Aktivitäten, Gesundheitsangebote und soziale Kontakte entstehen.

Offenes Haus für das gesamte Quartier

Projektleiterin Dr. Elke Rudolph erklärte, dass sich die konkrete Entwicklung des Zentrums eng an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren werde. Bereits Ende Juni soll das Sommerfest des Rotkreuzstifts erstmals für die Menschen aus dem Quartier geöffnet werden.

Geplant sind unter anderem Angebote wie Gedächtnistraining, Mobilitätsübungen und Maßnahmen zur Sturzprävention. Ergänzt werden sollen diese durch ehrenamtliche Initiativen sowie therapeutische und medizinische Angebote. Als mögliche Bausteine nannte die DRK Schwesternschaft unter anderem Podologie, Ergotherapie oder gastronomische Formate wie ein Nachmittags-Café.

Ein erster konkreter Schritt steht bereits bevor: In Kürze soll im Rotkreuzstift ein Wundversorgungszentrum eröffnet werden. Dort sollen chronische und schwer heilende Wunden – etwa beim diabetischen Fuß oder Ulcus cruris – durch spezialisierte Pflegefachkräfte behandelt werden.

Slawomir Zulewski vom DRK-Landesverband Saarland hob hervor, dass qualifiziertes Wundmanagement für viele Betroffene eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten könne. Chronische Wunden führten häufig nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu sozialen Einschränkungen.

Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen

Barbara Baltus, Vorsitzende der DRK Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V. und Leiterin des Rotkreuzstifts, bezeichnete die Vorstellung des Projekts als Spatenstich für eine neue Entwicklung. Das Haus verstehe sich seit jeher als offene Einrichtung, in der soziale Teilhabe bewusst gefördert werde.

Die stärkere Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten könne zugleich helfen, Pflegeeinrichtungen im zunehmenden Pflegenotstand zu entlasten. Offenere und vielseitigere Arbeitsmodelle würden zudem neue Perspektiven für Mitarbeitende und Ehrenamtliche schaffen.

Begleitet wird das Projekt wissenschaftlich durch die Diploma Hochschule. Vorgesehen sind unter anderem Bedarfsanalysen und regelmäßige Feedbackrunden mit den Menschen aus dem Quartier. Das Modell ist als Baukastensystem angelegt und soll Schritt für Schritt weiterentwickelt werden.

Wer Ideen einbringen oder sich aktiv beteiligen möchte, kann sich bereits jetzt per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. wenden. Weitere Informationen sollen künftig auch über die in Vorbereitung befindliche Internetseite unter www.rotkreuzstift.de sowie über die Facebook-Seite der DRK Schwesternschaft veröffentlicht werden.

Das Modellvorhaben zeigt, wie Pflegeeinrichtungen künftig stärker als offene Zentren für Gesundheit, Begegnung und Unterstützung im Stadtteil wirken können. Die Menschen im Quartier sollen die weitere Entwicklung aktiv mitgestalten können.