Ein angeblicher Polizeibeamter soll einer Seniorin in Viernheim Bargeld, Goldmünzen und Schmuck abgenommen und sie anschließend in einem Zimmer eingeschlossen haben. Einsatzkräfte nahmen einen 20-Jährigen fest und stellten die Wertgegenstände sicher.
Eine Seniorin aus der Viernheimer Dieselstraße ist in der Nacht zum Montag, 13. Juli 2026, Opfer einer besonders dreisten Betrugsmasche geworden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Südhessen soll ein 20-Jähriger als vermeintlicher Polizeibeamter in ihre Wohnung gelangt sein.
Der Mann wurde noch während des Polizeieinsatzes festgenommen. Bei ihm fanden die Beamten nach Angaben der Ermittlungsbehörden Bargeld, Goldmünzen und Schmuck, die zuvor aus der Wohnung der Frau mitgenommen worden sein sollen.
Angeblicher Polizist kündigt Abholung am Telefon an
Der Tat soll ein Anruf vorausgegangen sein. Ein angeblicher Polizeibeamter habe der Seniorin erklärt, ihre Wertgegenstände seien nicht mehr sicher. Bargeld und Schmuck müssten deshalb zum Schutz an die Polizei übergeben werden.
Wenig später soll der 20-Jährige an der Haustür erschienen sein und sich ebenfalls als Polizist ausgegeben haben. Die Frau übergab ihm den bisherigen Erkenntnissen zufolge Bargeld in mittlerer vierstelliger Höhe, Goldmünzen und verschiedene Schmuckstücke.
Tür hinter der Seniorin versperrt
Als die Seniorin in ein anderes Zimmer ging, um erneut mit dem Anrufer Kontakt aufzunehmen, soll der Beschuldigte die Tür hinter ihr geschlossen und versperrt haben. Anschließend soll er weitere Wertgegenstände an sich genommen haben.
Der Frau gelang es trotz der Situation, die Polizei zu verständigen. Mehrere Streifenwagen fuhren daraufhin zu der Wohnung. Dort nahmen die Einsatzkräfte den mutmaßlichen Abholer vorläufig fest und stellten die zuvor mitgenommenen Gegenstände sicher.
Vier weitere Männer in einem Fahrzeug kontrolliert
Im Zuge des Einsatzes traf die Polizei in der Max-Planck-Straße vier Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren in einem Fahrzeug an. Sie stammen wie der 20-Jährige aus dem Kreis Wesel und wurden zunächst ebenfalls festgenommen.
Ob und in welcher Form die Männer an der Tat beteiligt waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.
Haftbefehl gegen den 20-Jährigen erlassen
Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main erließ das Amtsgericht Darmstadt am Dienstag, 14. Juli 2026, einen Haftbefehl gegen den Beschuldigten. Der 20-Jährige befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Gegen ihn besteht unter anderem der Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betruges, der räuberischen Erpressung und der Freiheitsberaubung. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zu möglichen weiteren Beteiligten dauern an.
So schützen Sie sich vor falschen Polizeibeamten
- Die Polizei fordert am Telefon nicht dazu auf, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an angebliche Abholer zu übergeben.
- Bei Zweifeln sollten Sie ankündigen, selbst bei der Polizei zurückzurufen und die Angaben unabhängig zu überprüfen.
- Nutzen Sie dafür ausschließlich eine selbst gewählte und bekannte Rufnummer, nicht die Nummer, die Ihnen im Gespräch genannt wird.
- Sprechen Sie mit Angehörigen und älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsmasche, damit verdächtige Anrufe früh erkannt werden.