RHEIN-NECKAR-KREIS: Inklusiver Katastrophenschutz – Forderungspapier stellt Weichen für mehr Sicherheit

RHEIN-NECKAR-KREIS: Inklusiver Katastrophenschutz – Forderungspapier stellt Weichen für mehr Sicherheit

 

Ein neues Papier aus dem Rhein-Neckar-Kreis fordert mehr Inklusion im Katastrophenmanagement. Ziel ist, dass im Ernstfall niemand übersehen wird.

Extremwetter, Hochwasser oder Hitzewellen – Katastrophenlagen nehmen zu und stellen Kommunen vor neue Herausforderungen. Im Rhein-Neckar-Kreis ist nun ein Forderungs- und Empfehlungspapier entstanden, das den Fokus klar auf ein inklusives Katastrophenmanagement legt.

Erarbeitet wurde das Papier vom Arbeitskreis für inklusiven Umgang mit Extrem- und Notsituationen. Ziel ist es, Strukturen so weiterzuentwickeln, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Phasen – von der Vorsorge bis zur Nachsorge – berücksichtigt werden.

Elf zentrale Forderungen

Im Mittelpunkt stehen elf konkrete Handlungsfelder, die das Katastrophenmanagement langfristig inklusiver gestalten sollen. Dazu gehören unter anderem eine stärkere Vernetzung von Inklusionsarbeit und Bevölkerungsschutz, barrierefreie Kommunikation in Krisen sowie verbindliche Konzepte für Einrichtungen und Lebensorte von Menschen mit Behinderungen.

Weitere Punkte betreffen die Entwicklung barrierefreier Evakuierungs- und Notunterbringungskonzepte, die Förderung von Forschung sowie die rechtliche Verankerung eines inklusiven Ansatzes. Auch die Stärkung der Eigen- und Fremdhilfefähigkeit innerhalb der Bevölkerung wird als wesentlicher Baustein genannt.

Verantwortung auf viele Schultern verteilt

Das Papier definiert konkrete Aufgaben für verschiedene Akteure – von der Bundes- und Landespolitik über Kommunen bis hin zu Feuerwehren, Hilfsorganisationen und sozialen Einrichtungen. Auch Selbstvertretungsorganisationen sowie die Bevölkerung selbst werden einbezogen.

Unterstützt wird das Vorhaben von der Initiative Inklusive Katastrophenvorsorge, die sich auf Landesebene für die systematische Berücksichtigung von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt.

Erfahrungen Betroffener als Grundlage

Ein zentraler Ansatz des Papiers ist die Einbindung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Ihre Erfahrungen aus Krisensituationen fließen direkt in die Empfehlungen ein und bilden die Basis für praxisnahe Lösungen.

Ziel ist es, Bedürfnisse frühzeitig mitzudenken und Strukturen zu schaffen, die im Ernstfall zuverlässig funktionieren.

Resilienz als gemeinsames Ziel

Die Empfehlungen verstehen sich als Grundlage für eine langfristige Weiterentwicklung bestehender Systeme. Angesichts zunehmender Extremereignisse soll ein Katastrophenmanagement entstehen, das widerstandsfähig ist und die Vielfalt der Gesellschaft berücksichtigt.

Das Papier richtet sich dabei ausdrücklich als Einladung an alle Beteiligten, die Ansätze weiterzuentwickeln und in konkrete Maßnahmen zu überführen.

Im Katastrophenfall sind klare Informationen und vorbereitete Strukturen entscheidend. Bürgerinnen und Bürger sollten sich frühzeitig über Notfallpläne informieren und individuelle Vorsorge treffen – insbesondere, wenn besondere Unterstützungsbedarfe bestehen.