Mit Stefany Goschmann verliert die Metropolregion Rhein-Neckar eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit. Über Jahrzehnte prägte sie mit Leidenschaft, Weitblick und unermüdlichem Engagement den Maimarkt Mannheim und das regionale Messewesen. Am 26. Juli verstarb sie nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren.
Mit dem Tod von Stefany Goschmann verliert Mannheim eine Frau, die wie kaum eine andere für den Erfolg und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Maimarkts stand. Über Jahrzehnte hinweg war sie das Gesicht der Mannheimer Ausstellungsgesellschaft (MAG) und verkörperte mit außergewöhnlicher Leidenschaft, fachlicher Kompetenz und menschlicher Wärme die Werte eines der traditionsreichsten Messeunternehmen Deutschlands.
Seit ihrer Berufung zur Geschäftsführerin im Jahr 1997 verantwortete sie nicht nur den Maimarkt Mannheim, sondern ebenso die Organisation der Bildungsmesse Jobs for Future, des Mannheimer Weihnachtsmarkts am Wasserturm, des Deutschen Fertighaus Centers, der Maimarkthalle, des Maimarktgeländes sowie der Südwest Messe- und Ausstellungsgesellschaft (SMA) in Villingen-Schwenningen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich der Maimarkt konsequent weiter und behauptete seine Stellung als eine der bedeutendsten Regionalmessen Deutschlands.
Ein Leben, das dem Messewesen gewidmet war
Geboren wurde Stefany Goschmann 1956 in Stuttgart als Tochter des Firmengründers Kurt Langer. Bereits früh wuchs sie in die Welt der Messen hinein. Nach dem Umzug der Familie nach Mannheim im Jahr 1968 gehörten Gespräche über Ausstellungen, Organisation und neue Projekte zum Familienalltag. Schon als Jugendliche begleitete sie Ehrengäste über das Messegelände und sammelte erste praktische Erfahrungen.
Nach dem Abitur führte sie ihr Weg zunächst nach England, wo sie als Dolmetscherin und Übersetzerin tätig war. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, bevor sie 1983 in das Familienunternehmen eintrat. Dort lernte sie das Messegeschäft von Grund auf kennen – von der Neukonzeption der Messekataloge über Rezeption und Standplanung bis hin zur vollständigen Veranstaltungsorganisation. Diese umfassende Praxiserfahrung bildete das Fundament ihres späteren unternehmerischen Erfolgs.
Unternehmerin mit Herz und Weitblick
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus Goschmann, einem anerkannten Messeexperten, Journalisten und Dozenten, verband sie nicht nur das Privatleben, sondern auch die Leidenschaft für das Messewesen. Mit dessen Sohn Jan Goschmann wurde frühzeitig die nächste Generation aufgebaut. Seit Jahren übertrug Stefany Goschmann ihm schrittweise Verantwortung und stellte damit die nachhaltige Zukunft des Unternehmens sicher.
Was Stefany Goschmann besonders auszeichnete, war ihre außergewöhnliche Nähe zu den Menschen. Ob Aussteller, Besucherinnen und Besucher, Geschäftspartner oder Mitarbeitende – sie begegnete jedem mit Respekt, Wertschätzung und echtem Interesse. Für die rund 60 Beschäftigten der Mannheimer Ausstellungsgesellschaft war sie nicht nur Geschäftsführerin, sondern auch eine verlässliche Ansprechpartnerin mit offenem Ohr.
Ein bleibendes Vermächtnis
In den vergangenen Jahren konnte sich Stefany Goschmann zunehmend aus dem operativen Geschäft zurückziehen, blieb jedoch bis zuletzt eng mit dem Unternehmen verbunden. Mit großer Freude verfolgte sie neue Entwicklungen auf dem Maimarktgelände, pflegte den Kontakt zu langjährigen Ausstellern und interessierte sich unverändert für Innovationen und neue Ideen.
Mit Stefany Goschmann verliert Mannheim weit mehr als eine erfolgreiche Messemanagerin. Die Stadt verliert eine Persönlichkeit, deren Engagement, Herzlichkeit, Humor und Weitblick den Maimarkt über Jahrzehnte geprägt haben. Ihr Lebenswerk wird weit über die Grenzen der Metropolregion hinaus Bestand haben und in der Messewelt ebenso wie bei den Menschen, die sie begleitet hat, in dankbarer Erinnerung bleiben.