Seit April 2026 startet in Mannheim die Tigermückensaison. In mehreren Stadtteilen ist die invasive Art bereits etabliert – die Stadt ruft Bürger zur aktiven Mithilfe auf.
Mit dem Beginn der wärmeren Monate startet in Mannheim erneut die Saison der Asiatischen Tigermücke. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat sich die invasive Art in mehreren Stadtteilen bereits fest angesiedelt. Besonders betroffen sind Almenhof, Lindenhof, Feudenheim, Schwetzingerstadt, Neckarstadt-Ost, Niederfeld, Neckarau und Rheinau-Süd. In weiteren Bereichen wie Gartenstadt, Käfertal-Süd oder Neuostheim wurden zumindest einzelne Funde nachgewiesen.
Die Asiatische Tigermücke gilt als besonders aggressiv und kann sich innerhalb kurzer Zeit stark vermehren. Zudem besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass sie Krankheitserreger überträgt. Vor diesem Hintergrund ruft die Stadt die Bevölkerung dazu auf, eigenständig Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
Großflächige Bekämpfung nicht möglich
Aufgrund der inzwischen weiten Verbreitung ist eine flächendeckende Bekämpfung durch Fachkräfte nicht realisierbar. Die Stadt Mannheim hat daher die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage beauftragt, gezielt in besonders betroffenen Gebieten zu beraten. Anwohner erhalten dort Unterstützung und Informationsmaterial zur eigenständigen Bekämpfung.
In einzelnen Siedlungsbereichen mit besonders hoher Belastung werden Haushalte zusätzlich direkt von der KABS angeschrieben und über konkrete Maßnahmen informiert.
Brutstätten im eigenen Umfeld vermeiden
Die wirksamste Strategie liegt in der Vermeidung von Brutstätten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb weniger Tage in kleinen Wasseransammlungen, etwa in Regentonnen, Blumentopf-Untersetzern, Gießkannen oder verstopften Dachrinnen. Da die Tiere nur kurze Strecken zurücklegen, stammen sie meist aus dem unmittelbaren Umfeld.
Entscheidend ist daher, dass alle Gefäße so gelagert werden, dass sich kein Wasser sammeln kann, oder vollständig abgedeckt sind. Alternativ sollten sie regelmäßig – idealerweise einmal pro Woche – vollständig entleert werden. Wenn sich Wasser nicht vermeiden lässt, können verbleibende Brutstätten im Abstand von zwei Wochen mit speziellen Bti-Tabletten behandelt werden, die für andere Tiere und Menschen als unbedenklich gelten.
Diese Tabletten sind ab sofort kostenfrei in den Bürgerservice-Zentren Lindenhof, Waldhof und Innenstadt erhältlich.
Einfache Mittel mit großer Wirkung
Auch bereits abgelegte Eier lassen sich bekämpfen. Da diese an den Innenwänden von Behältern haften, können sie durch heißes Wasser oder gründliches Ausbürsten entfernt werden. Zusätzlich kann ein naturnah gestalteter Garten dazu beitragen, natürliche Fressfeinde zu fördern. Libellenlarven, Frösche und Vögel tragen dazu bei, die Mückenpopulation zu reduzieren.
Ergänzend wirken bestimmte Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Katzenminze abschreckend auf Stechmücken. Fliegengitter an Fenstern und Türen bieten zusätzlichen Schutz im Wohnbereich.
Warum die Tigermücke als Risiko gilt
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art breitet sich seit Jahren weltweit aus. Auch in Deutschland findet sie zunehmend geeignete Lebensbedingungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie Krankheitserreger wie Dengue-, Zika- oder Westnil-Viren übertragen. Diese werden allerdings nicht von der Mücke selbst erzeugt, sondern müssen zuvor durch infizierte Personen eingeschleppt werden.
Nach Angaben der Stadt besteht aktuell kein flächendeckendes Risiko in Süddeutschland. Dennoch kann es insbesondere bei längeren Wärmeperioden zu Übertragungen kommen. Auch für Hunde kann die Tigermücke durch die Übertragung von Fadenwürmern gesundheitlich relevant sein.
Weitere Informationen stellt die Stadt Mannheim online zur Verfügung. Ergänzend bietet auch die KABS umfangreiche Hinweise zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke.