Stutensee/Karlsruhe: Falsche Polizeibeamte erbeuten Schmuck und Goldmünzen – 80-Jährige getäuscht
Telefonbetrüger gaben sich als Tochter und Polizeibeamter aus und brachten eine Seniorin zur Übergabe von Wertgegenständen in Karlsruhe. Der Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Bereich.
Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe am 2. März 2026 um 12:14 Uhr mitteilte, wurden am Freitag (28. Februar 2026) erneut Telefonbetrüger erfolgreich. Eine 80-jährige Frau aus Stutensee wurde Opfer eines sogenannten Schockanrufs.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand erhielt die Seniorin gegen 13:00 Uhr einen Anruf. Zunächst habe sich eine Frau unter Tränen als ihre Tochter ausgegeben. Im weiteren Verlauf übernahm ein angeblicher Polizeibeamter das Gespräch und erklärte, die vermeintliche Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine Untersuchungshaft abzuwenden, müsse eine Kaution in Höhe von 90.000 Euro beim Amtsgericht Karlsruhe hinterlegt werden.
Da die Geschädigte nicht über ausreichend Bargeld verfügte, sei ihr die Übergabe von Wertgegenständen angeboten worden. Unter dem Eindruck des Geschehens fuhr die 80-Jährige mit ihrem Pkw nach Karlsruhe in die Bahnhofstraße, wo sich nach Angaben der Anrufer das Amtsgericht befinden sollte.
Gegen 15:00 Uhr parkte sie ihr Fahrzeug auf Höhe der Hausnummer 10. Dort erschien ein angeblicher Kassenmitarbeiter und nahm Schmuck sowie mehrere Goldmünzen entgegen. Der Wert der übergebenen Gegenstände liegt nach bisherigen Erkenntnissen im mittleren fünfstelligen Bereich.
Der Abholer wird als etwa 20 Jahre alt, circa 1,70 Meter groß und schlank beschrieben. Er soll ein rundliches Gesicht, kurze dunkle Haare sowie ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild gehabt haben. Zur Tatzeit trug er eine schwarze Jacke, eine schwarze Hose und eine Brille mit schwarzem Rahmen. Er sprach akzentfrei Deutsch.
Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Karlsruhe.